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In welchen Fällen die Reiserücktrittsversicherung nicht zahlt

Wer eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat und nun seine Reise nicht antreten kann, muss damit rechnen, dass die Versicherung die Stornokosten nicht übernimmt. Schließlich ist nicht jeder Grund ausreichend, um die Versicherung zur Kasse zu bitten. Entscheidend ist, was im Versicherungsvertrag steht, denn dort sind alle Ereignisse aufgezählt, bei deren Eintreten die Versicherung zahlt.

Unter diesen Umständen zahlt die Reiserücktrittsversicherung:

  • Tod
  • Eine schwere Krankheit, die zur Reiseunfähigkeit führt
  • Ein Unfall, der zur Reiseunfähigkeit führt
  • Unvorhergesehener Verlust des Arbeitsplatzes
  • Ein neuer Job oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes, der mit einer Urlaubssperre einhergeht
  • Eine zum Buchungszeitpunkt unbekannte Schwangerschaft
  • Elementarschäden am Eigentum
  • Eine Impfunverträglichkeit
  • Der Bruch einer Prothese
  • Eine ausbildungsrelevante Prüfung muss im Reisezeitraum wiederholt werden, weil sie im ersten Versuch nicht bestanden wurde
  • Vorladung als Zeuge vor Gericht

Bei vorhersehbaren Ereignissen zahlt die Reiserücktrittsversicherung nicht

Entscheidend für die Leistung der Versicherung ist, dass einer dieser Umstände unvorhergesehen eingetreten ist. Alles was zu erwarten war oder kalkuliert wurde sorgt dafür, dass die Versicherung nicht zahlt. Zwar gibt es gewisse persönliche Risiken, die bei manchen Menschen größer ausgeprägt sind als bei anderen (ein riskantes Hobby, ein gefährlicher Beruf, Wohnen in einer einbruchsstarken Gegend, längst geplante Kürzungen im Unternehmen und der damit verbundene erwartete Arbeitsplatzverlust), sobald etwas aber klar vorhersehbar war, ist es von der Versicherungsleistung ausgeschlossen.

Chronische Krankheiten sind nicht mit versichert

So gilt zum Beispiel für chronische Krankheiten, dass sie nicht mit versichert werden. Wurde eine Krankheit also schon mal beim Versicherten diagnostiziert oder müssen täglich Medikamente gegen eine bestimmte Krankheit eingenommen werden, wird eine nicht angetretene Reise aufgrund dieser Krankheit nicht von der Versicherung gedeckt. Anders verhält es sich, wenn ein neuer Aspekt der Krankheit hinzukommt oder unerwartete Komplikationen auftreten, die einen Reiseantritt verhindern. Dann zahlt die Versicherung die Stornokosten, wenn diese Komplikationen mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden können.

Entscheidend ist auch, welche Personen in der Versicherung miteinbegriffen sind. Gilt die Versicherung für mehrere Personen, können alle versicherten Personen die Zahlung auslösen. Dazu zählen:

  • Lebenspartner oder enge Verwandte
  • Alle Personen, die in der Reisebuchung aufgeführt sind
  • Ein angemeldeter und mitreisender Hund

Die Versicherung zahlt unter diesen Umständen NICHT:

  • Höhere Gewalt wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Seuchen oder Epidemien im Reiseland
  • Krieg
  • Terrorgefahr oder Reisewarnungen
  • Streiks von Fluggesellschaften oder Bodenpersonal
  • Reiserücktrittsgründe, die psychischer Natur sind
  • Eine bereits bekannte Schwangerschaft ohne Komplikationen
  • Flugangst
  • Vom Chef stornierte Urlaubstage
  • Es wurde bereits eingecheckt (das Einchecken markiert den Antritt der Reise)

Gründe wie schlechtes Wetter oder fehlender Schnee zählen ebenfalls nicht, um sein Geld für eine gebuchte Reise bei Nicht-Antritt zurückzuerhalten.

Wichtig ist auch, dass die Versicherung rechtzeitig gebucht wurde

Auch wenn die Reiserücktrittsversicherung zu spät abgeschlossen wurde, zahlt die Versicherung nicht. Ein rechtzeitiger Abschluss sieht wie folgt aus:

  • 30 Tage vor Antritt der Reise
  • Bei kurzfristigen Buchungen höchstens 3 Werktage nach Reisebuchung

Wenn die Reise gar nicht erst stornierbar ist, zahlt die Versicherung ebenfalls nicht. Reiserücktrittsversicherungen übernehmen immer nur die Stornokosten einer Reise. Falls eine Stornierungsoption also gar nicht erst vorgesehen ist, ist der Abschluss einer Versicherung überflüssig, da sie eh nicht eintreten würde.