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Reiserücktritt nach dem Tod des Partners

Den eigenen Partner zu verlieren bedeutet Trauer, Schmerz und das langsame Bewusstwerden über einen großen Verlust. Alles andere wird zunächst nebensächlich und wieder in die Spur zu finden kann Jahre dauern. Alles was geplant war, ist mit dem Partner nicht mehr umsetzbar und das Leben wird komplett umgekrempelt, was für viele Menschen nur schwer zu ertragen ist.

Neben den zahlreichen organisatorischen Dingen, um die man sich nach dem Tod des geliebten Menschen kümmern muss, müssen auch eventuell gebuchte Reisen storniert werden, da Urlaub in so einer Situation einfach unpassend wäre oder man psychisch gar nicht in der Lage ist, eine Reise anzutreten. Zwar gibt es mit Sicherheit auch Menschen, die die Reise trotzdem antreten würden, um gegebenenfalls Abstand zu gewinnen, die Mehrheit entscheidet sich aber wahrscheinlich dagegen.

Je nach Tarif, werden die Kosten für eine Stornierung nicht von der Versicherung erstattet

Die Frage, die im Zuge einer Stornierung dann aufkommt ist: Habe ich eine Reiserücktrittsversicherung oder nicht? Wer keine Versicherung abgeschlossen hat, der wird auch keinerlei Kosten von seiner Versicherung erstattet bekommen. Wer eine Versicherung abgeschlossen hat, der hat hoffentlich den richtigen Tarif abgeschlossen, da es im Basis-Tarif schlecht aussieht, Geld zurückzubekommen.

Ein Gericht in München hat nämlich entschieden, dass der Tod des Partners kein Grund ist, bei dem eine Reiserücktrittsversicherung einspringen und die Stornokosten übernehmen muss. Die Begründung lautet, dass Trauer nicht als eine psychische Störung zählt und somit nicht genügend Grund für eine Stornierung bietet. Schwere Trauer sei die normale Folge beim Versterben eines Angehörigen, zählt für die Versicherung aber nicht als unerwartete, schwere Erkrankung, die eine Versicherungsleistung nötig machen würde.

Wer also den Basis-Tarif einer Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat, muss im Todesfall des Partners damit rechnen, keinen Cent der Stornierungsgebühren erstattet zu bekommen. Bei einer Reise gänzlich ohne Stornierungsoption wäre der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung gar nicht erst nötig gewesen, da diese eh nur für Stornierungskosten aufkommt. Selbst mit Versicherung sieht es aber schlecht aus sein Geld wieder zu sehen, was in so einer schwierigen, persönlichen Situation natürlich ein weiterer Schlag ist, der verkraftet werden muss.

Der Basis-Tarif ist bei einem Reisepreis von 1.000 € je nach Versicherungsgesellschaft schon ab 30 € zu bekommen, der Preis für die Versicherung berechnet sich anhand der Höhe des Reisepreises und steigt dann mit dem Reisepreis an. Manche Versicherungen bieten erweiterte Tarife an, die dann auch teurer sind, aber deutlich mehr Fälle abdecken.

Mit einem erweiterten Tarif werden auch Sonderfälle abgedeckt

Nicht mehr nur eine schwere Erkrankung, der eigene Tod, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Vorladung vor Gericht zählen dann als Gründe, bei denen die Reiserücktrittsversicherung zahlen muss. Auch wenn der Hund so schwer verletzt wird, dass man sich um ihn kümmern muss, tritt die Versicherung ein, ebenso wie wenn einer der Reisenden als Trauzeuge berufen wird und der Termin der Hochzeit in den Reisezeitraum fällt. Eine Trennung zwischen zwei Paaren zählt ebenfalls als Grund, bei dem die Versicherung einspringt und auch der Tod des Partners ist mit so einem Tarif abgedeckt. Dieser Flexi-Schutz kostet mehr als ein normaler Basis-Tarif, kann sich je nach Reisepreis und persönlicher Situation aber lohnen. Fast alle Versicherungen bieten einen erweiterten Tarif an, weshalb sich ein Blick auf das gesamte Angebot lohnt.

Kleiner Tipp: Es lohnt sich, eine Versicherung ohne Selbstbehalt abzuschließen, da man sonst trotz Versicherungsleistung auf einem Teil der Kosten sitzenbleibt.

Hilfreiche Quellen: