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Hotel Rücktrittsversicherung: was ist das und was müssen Sie dabei beachten?

Die Deutschen reisen gerne. Sie buchen gerne Hotels am Strand, unter Palmen, in den Bergen oder auch in der deutschen Heimat. Die Reiselust der Deutschen hat nicht nachgelassen und das, obwohl politische Unruhen und unberechenbare Terroranschläge in bevorzugten Urlaubsländern zu verzeichnen sind.

Allerdings kann es passieren, dass eine Reise überhaupt nicht wahrgenommen werden kann. Ein Reisender erkrankt vor Antritt der Reise, es gibt einen extremen Notfall in der Familie, ein Job geht verloren oder ein neuer Job muss unerwartet angetreten werden. Es kann so einiges dazwischenkommen, was den Urlaub platzen lassen kann. Verbraucher ärgern sich dann zu Recht über die entgangenen Urlaubsfreuden aber auch, weil sie Kosten haben, ohne eine Leistung zu empfangen. Reiseanbieter verlangen nämlich häufig einen Teil oder den kompletten Reisepreis und das, obwohl der Reisende gar keine Leistung in Anspruch genommen hat. Hotelkosten nehmen dabei einen großen Teil ein. Eine Rücktrittsversicherung schützt vor einem finanziellen Schaden, der durch die Kosten fürs Hotelzimmer sowie damit im Zusammenhang stehende Leistungen entstehen kann.

Sinnvoll ist ein Vergleich unterschiedlicher Versicherungen

Eine Rücktrittsversicherung tritt allerdings nicht ein, wenn ein Kunde einfach keine Lust hat, die Reise anzutreten. Es muss immer ein (unerwarteter) versicherter Grund vorliegen. Welche Gründe versichert sind, wird in einer Police explizit definiert. Wie bereits von Stiftung Warentest im Juni 2016 festgestellt, gibt es bei den 128 geprüften Angeboten keinen sehr guten Tarif. Egal ob Einzeltarif oder Familientarif, ob für eine Wochenendreise oder für Jahresverträge, das Urteil von Stiftung Warentest erreicht im Schnitt die Note gut bis befriedigend. Bevor Reisende eine Rücktrittsversicherung zum Schutz gegen die finanziellen Folgen einer Absage abschließen, sollten Sie einen Vergleich durchführen. Die Versicherungen bieten nämlich oft unterschiedliche Vertragsvarianten an und somit stehen auch unterschiedliche Preise zur Debatte. Der unschlagbare Vorteil eines umfassenden Vergleichs ist, dass Kunden eine Versicherung finden, die ihren Ansprüchen genügt, und ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Gut zu wissen: Eine Rücktrittsversicherung lässt sich bis 30 Tage vor Antritt der Reise abschließen, in manchen Fällen sogar kurzfristiger.

Hotel Stornoversicherung: Was ist das und welche Leistungen sind inkludiert?

Eine Hotel Stornoversicherung ist im Prinzip eine Reiserücktrittsversicherung. Sie tritt ein, wenn Stornokosten aus einem versicherten Grund entstehen, zum Beispiel wenn Versicherte die Reise nicht antreten können oder aber, wenn sie den Aufenthalt abbrechen müssen. Eine Hotel Rücktrittsversicherung sollte also nicht nur vor Antritt, sondern auch während der Reise greifen. Der Baustein der Reiserücktrittsversicherung ist für den Ersatz vertraglicher Stornokosten zuständig, die sich aus der Reisestornierung vor Antritt ergeben. Der Baustein der Reiseabbruchversicherung wiederum ersetzt nicht genutzte, aber gebuchten Reiseleistungen, wenn ein Urlauber vorzeitig aus einem versicherten Grund wieder abreisen muss. Versicherte Gründe können zum Beispiel eine unerwartete schwere Erkrankung, ein schwerer Unfall, eine unerwartete betriebsbedingte Kündigung oder ein Todesfall in der Familie sein.

Manche Hotel Rücktrittsversicherungen umfassen auch einen Reise Gesundheitsschutz. Sie bieten dann Unterstützung bei Notfällen und stellen Informationen und Leistungen aus den Bereichen Sicherheit, Mobilität, Behörden und Finanzen zur Verfügung. Das bedeutet, wenn etwas passiert, können Versicherte eine Hotline anrufen und diese hilft sofort mit praktischen Tipps weiter, vermittelt Arzttermine und gibt Adressen raus. Diese Leistungen sind allerdings nicht Standard und werden nicht von allen Assekuranzen angeboten.

Empfehlenswerte Kombinationsversicherungen

Um die finanziellen Risiken vor und während der Reise durch einen Reiseabbruch bzw. ein Storno abzusichern, empfehlen sich Kombinationsangebote. Sie bestehen, wie oben beschrieben, aus einer Reiserücktritts- und einer Reiseabbruchversicherung. Man nennt diese Kombinationsversicherungen auch Vollschutztarife. Manche Versicherungen haben so gute Leistungen, dass sie den kompletten Reisepreis erstatten, wenn der Versicherte in der 1. Hälfte des Urlaubs abbrechen muss. Doch potentielle Versicherungsnehmer sollten sich die Angebote ganz genau anschauen. Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Manche Assekuranzen bieten nämlich nicht nur Vollschutztarife an, sondern auch Basisverträge. In der letztgenannten Variante ist nur der Rücktritt der Reise versichert, nicht aber, wenn der Versicherte im Laufe der Reise krank wird oder aus anderen Gründen die Reise abbrechen musst.

Kritische Leistungsbereiche bei Hotel Rücktrittsversicherungen

Das Leistungspaket, das Versicherungen für Hotel Rücktritte bieten, ist immer wieder Gegenstand von Streitigkeiten. Wann zahlt die Versicherung und wann zahlt sie nicht? Nicht jeder Grund für einen Reiserücktritt ist über eine Versicherung abzusichern. Prinzipiell sind schwere Unfälle abgedeckt, darüber gibt es im Schadensfall meistens keine Auseinandersetzung. Aber wenn es um eine unerwartete Erkrankung geht, dann sieht es schon anders aus. Es stellt sich nämlich die Frage, ab wann eine Krankheit nicht mehr als unerwartet eingestuft wird. Und wann ist eine schwere Krankheit schwer genug, um von der Assekuranz akzeptiert zu werden? Wie wirken sich eventuelle Vorerkrankungen auf den Versicherungsschutz aus?

Solche Sachverhalte können dazu führen, dass Versicherungen die Stornokosten des Hotels nicht übernehmen. Sie begründen das lapidar damit, dass der Versicherte im Voraus hätte wissen müssen oder damit hätte rechnen können, dass er erkrankt. Eine andere Argumentation stützt sich darauf, dass eine Reise trotz einer Erkrankung hätte angetreten werden können. Wer sich mit der Versicherung nicht einigt, steht ganz schnell vor Gericht oder zieht den Ombudsmann für Versicherungen hinzu.

Die Umschreibung „unerwartete schwere Erkrankung“ ist sehr dehnbare und unbedarfte Verbraucher können nicht einschätzen, welche Krankheit eingeschlossen ist und welche ausgeschlossen ist. Die Einstufung einer Krankheit als ernsthaft oder als leicht ist für Versicherte oftmals nicht zu verstehen. Die Versicherungen versuchen sich damit schadlos zu halten, aber aus Sicht der Verbraucherschützer ist das unangemessen und führt zu einer Übervorteilung der Versicherten. Die Definition im Kleingedruckten der Assekuranzen für Rücktrittsversicherungen ist ebenfalls nicht hinreichend. Beispielsweise steht dort folgendes:

„Eine unerwartet schwere Erkrankung liegt vor, wenn aus dem stabilen Zustand des Wohlbefindens und der Reisefähigkeit heraus konkrete Krankheitssymptome auftreten. Diese müssen dem Reiseantritt entgegenstehen und Anlass zur Stornierung geben.“ Eine solche Aussage ist wenig gehaltvoll, überfordert sogar so manchen Versicherungsnehmer. Das darf nicht sein, finden Verbraucherschützer.

Wer die Police nicht versteht, sollte sich das Kleingedruckte erläutern lassen

Experten haben sich mit den unklaren Formulierungen in den Versicherungsbedingungen von Hotel Rücktrittsversicherungen beschäftigt. Sie sehen verschiedene Probleme, die sich daraus ergeben.

Verbraucher wollen mit dem Vertrag einen ganz bestimmten Zweck verfolgen. Die Hotelrücktrittsversicherung soll nämlich die Stornokosten für das Hotel und andere Reiseleistungen übernehmen, wenn eine Reise storniert oder abgebrochen wird. In dem Moment, wo ein Verbraucher eine Hotel Rücktrittsversicherung unterzeichnet, fragte niemand nach eventuellen Vorerkrankungen oder nach zurückliegenden Operationen. Allerdings ist es so, dass die meisten Versicherungen im Schadenfall genau das überprüfen und dann als Grund heranziehen, um die Kostenübernahme abzulehnen. Unterm Strich ist die Formulierung nicht transparent genug, als dass ein durchschnittlicher Verbraucher sie verstehen könnte. Rechte und Pflichten werden für den Verbraucher nicht klar. Trotzdem gibt es noch keine gesetzliche Regelung, die die Versicherungen dazu zwingt, sich in den AGBs unmissverständlich auszudrücken. Im Zweifel bleibt einem potentiellen Versicherungsnehmer nichts Anderes übrig, als sich explizit über die möglichen Folgen einer Operation oder einer bestehenden Grunderkrankung in Bezug auf die Stornierung einer Reise zu informieren. Nur dann ist es möglich, realistische Erwartungen an die Hotel Rücktrittsversicherung zu stellen.

Hotelbuchung stornieren: Darauf müssen Versicherte achten

Es gibt einiges, das Versicherte tun können, um sich im Falle einer Stornierung richtig zu verhalten. Wichtig ist, mit der Versicherung in Kommunikation zu bleiben, und das in allen Fragen rund um das Thema Stornierung.

  • Zweifelsfragen klären

    Angenommen, ein Versicherter erkrankt kurz vor der Reise und der Antritt ist gefährdet. Falls der Versicherte nicht sicher ist, ob er die gebuchte Reise schon stornieren sollte, wendet er sich am besten direkt an die Assekuranz. Diese prüft, inwieweit es möglich ist, noch abzuwarten. Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Versicherungsgesellschaften, die einen Service zur Stornoberatung anbieten.

  • Reise absagen ohne besonderen Grund

    Es ist durchaus möglich, jederzeit ohne Angabe von irgendwelchen Gründen von einer Reise zurückzutreten. Damit die Stornierung gültig ist, sollten Verbraucher so schnell wie möglich, am besten per Einschreiben mit Rückschein, beim Reiseanbieter oder Hotel stornieren. Im Gegenzug kommt per Post eine Rechnung über die Stornogebühren. Diese sind höher, je kurzfristiger die Absage kommt. Meistens sind die Stornosätze gestaffelt. Sie beginnen bei 10 % bis 30 Tage vor Reiseantritt und können bis zu 100 % für ein Storno am Tag der Anreise oder früher betragen.

  • Stornierung beim Versicherer melden

    Wer sich vor dem Reiserücktritt nicht mit dem Versicherer in Verbindung gesetzt hat, muss es spätestens jetzt tun. Das geht entweder online auf der Internetseite der Versicherungsgesellschaft oder per Post. Die Versicherungen stellen ein Schadensformular zur Verfügung und fordert zusätzliche Belege an. Dazu gehören unter anderem Reisebestätigung, Versicherungsschein und die Rechnung des Hotels oder des Veranstalters, bei dem storniert wurde. Zusätzlich dazu ist der Schadensnachweis zu erbringen. Das heißt, die Versicherten müssen den Grund für die Stornierung erklären. Haben Sie zum Beispiel abgesagt, weil sie krank sind, ist ein ärztliches Attest einzureichen.

  • Mit dem Ombudsmann gemeinsam eine Einigung mit der Versicherung erzielen

    Falls die Assekuranz die Schadenmeldung nicht akzeptiert, die entstandenen Kosten also nicht übernimmt, haben Versicherte die Möglichkeit, sich bei dem Versicherungsombudsmann zu melden. Seine Aufgabe ist, für den Versicherten kostenlos, ein Schlichtungsverfahren auf den Weg zu bringen. Allerdings sind nicht alle Versicherungsgesellschaften damit einverstanden. Alternativ haben Verbraucher dann die Möglichkeit, sich an die Verbraucherschlichtungsstelle zu wenden.

  • Zimmer und Reiseleistungen weiterverkaufen

    Eine weitere Option, die Verbraucher in Anspruch nehmen können, ist der Verkauf ihrer Urlaubsreise. Kunden sind berechtigt, zumindest im Rahmen einer Pauschalreise, einen anderen Teilnehmer einzusetzen. Es ist also prinzipiell möglich, eine Reise zu verschenken oder aber zu verkaufen. Dann fallen gar keine Stornokosten an. Es ist ratsam, sich im Vorfeld mit dem Hotel oder dem Reisedienstleister in Verbindung zu setzen, um die Details zu klären. Eine Ablehnung sprechen Hotels und andere Reisedienstleister eigentlich nur aus, wenn der Ersatzreisende ganz bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt. Das wäre zum Beispiel dann, wenn ein Visum für das Reiseland fehlt. Für die Namensänderung dürfen Veranstalter Gebühren in Rechnung stellen, allerdings tun das nicht viele. Wer die Reise verkaufen will, sollte diesen Aufpreis beim Verhandeln mit bedenken. Geeignete Interessenten finden sich zum Beispiel im Familien- und Bekanntenkreis. Außerdem sind Zeitungsinserate bzw. Inserate im Internet eine gute Möglichkeit, eine gebuchte Reise zu verkaufen.

Fazit:

Eine Hotel Rücktrittsversicherung ist Teil einer Reiserücktrittsversicherung. Damit im Falle eines Stornos oder eines Reiseabbruchs die Kosten für die Übernachtungen im Hotel sowie für die weiteren gebuchten Leistungen ersetzt werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Am besten fahren Verbraucher, wenn sie ein Kombinationsangebot wahrnehmen und eine Hotelrücktrittsversicherung abschließen, die sowohl für die Stornokosten vor Antritt wie auch für Kosten aufkommt, die beim Abbruch der Reise entstehen. Allerdings sollten Sie das Kleingedruckte lesen und im Zweifel unklare Deckungsverhältnisse im Vorfeld mit der Versicherung klären.