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Hochzeitsfeier Rücktrittsversicherung

Wenn zwei Menschen heiraten und den Bund fürs Leben schließen wollen, dann hängt der Himmel voller Geigen. Kosten spielen nur zweitrangig eine Rolle. Diese Haltung herrscht bei vielen Heiratswilligen auch heute noch vor, denn eine Hochzeitsversicherung gehört zu den eher selten abgeschlossenen Policen. Meist ist sie Brautpaaren auch gar nicht bekannt.

Aber eine Hochzeit kostet viel Geld, Geld, das im Falle einer Stornierung nicht ersetzt wird. Was geschieht, wenn Braut oder Bräutigam kurz vor der Hochzeit erkranken? Was ist, wenn die Hochzeit aufgrund eines Unfalls nicht wahrgenommen werden kann? Die Location ist gebucht, das Essen bestellt, die Hotelzimmer reserviert. Einige tausend Euro werden auf jeden Fall fällig, egal, ob der Raum benutzt, die Speisen gegessen oder das Hotelzimmer bezogen wird.

Beim Storno einer Hochzeit tritt die Hochzeitsversicherung ein

Eine Hochzeitsversicherung nimmt Betroffenen die finanziellen Folgen ab, die in einem solchen Fall auf den Plan treten. Die Stornokosten werden nämlich von einer Hochzeitsversicherung weitestgehend übernommen. Manche Hochzeitsversicherungen greifen sogar, wenn enge Angehörige wie

  • Kinder
  • Eltern
  • Großeltern
  • Geschwister

schwer krank werden und nicht an der Hochzeit teilnehmen können. Denn was wäre eine Hochzeitsfeier ohne die Teilnahme der liebsten Menschen? Prinzipiell lässt sich eine Hochzeitsversicherung mit einer Reiserücktrittsversicherung vergleichen. Denn auch bei einer Urlaubsreise möchten Betroffene ja schließlich nicht auf den Stornokosten sitzen bleiben. Hochzeitsfeiern sind in der Regel erheblich teurer, als eine Reise – warum sollte man deshalb keiner Hochzeitsversicherung abschließen? Manche mögen eine Hochzeitsversicherung für unromantisch halten. Aber die Erfahrung zeigt, dass das Leben manchmal böse Überraschungen bereithält. Und vor denen kann man sich zumindest in finanzieller Hinsicht schützen.

Hochzeitsversicherung auch für Silberhochzeit und Goldhochzeit

Eine Hochzeitsversicherung ist nicht nur für Brautpaare gedacht, die vor der Eheschließung stehen und standesamtlich oder kirchlich heiraten wollen. Sie greift zum Beispiel ebenfalls für einen aufwendigen Polterabend.

Auch für Paare, deren Silberhochzeit ansteht oder die ihre Verbindung mit Feierlichkeiten zur goldenen Hochzeit noch einmal offiziell erneuern wollen, ist die Hochzeitsversicherung eine gute Wahl. In den vereinigten Staaten ist eine Hochzeitsversicherung übrigens ein ganz gewöhnlicher Baustein, den jedes Brautpaar bei der Planung berücksichtigt. Dieses Sicherheitsdenken ist inzwischen auch in Deutschland angekommen und immer mehr Paare überlegen sich, eine Hochzeitsversicherung abzuschließen. Kein Wunder, denn die Hochzeitsfeiern werden immer aufwändiger. Manche Bräute laden ihre Brautjungfern zu so genannten „Bootcamps“ ein, die sie und die Braut auf den Hochzeitstag vorbereiten. Andere wiederum übergeben die Planung und Durchführung an einen professionellen Weddingplaner. Sie lassen sich in dieser spannenden Phase verwöhnen und genießen es, im Mittelpunkt zu stehen. Und das kostet. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich an eine erfahrene Versicherungsgesellschaft zu wenden, die schon mehrere Jahre mit einer solchen Versicherung auf dem Markt ist.

Auf einen Blick: so funktioniert die Hochzeitsversicherung

Diese Feierlichkeiten können mit einer Hochzeitsversicherung abgesichert werden

  • Polterabend
  • Kirchliche und standesamtliche Hochzeit
  • Feierlichkeiten gemäß Partnerschaftsvertrag (gleichgeschlechtlicher Paare)
  • Feierlichkeiten für Jahrestage wie zum Beispiel Silberhochzeit und Goldene Hochzeit

Nicht jede Versicherungsgesellschaft bietet alle Optionen an. Hier lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Ein guter Schutz ist zum Beispiel, wenn die Versicherung im Falle einer Stornierung die Kosten fürs Hotel, für die Saalmiete sowie weitere Arrangementkosten übernimmt. Die Höhe der Versicherungssumme sowie die abgesicherten Risiken sollte explizit besprochen werden.

In diesen Fällen entfaltet der Versicherungsschutz Wirkung

  • Wenn einer der versicherten Personen einem schweren Unfall zum Opfer fällt.
  • Tod eines Partners.
  • Wenn eine unerwartete und schwere Erkrankung eintritt.
  • Wenn das Eigentum infolge eines Einbruchs oder eines Elemtarschadens (z.B. Feuer) so stark beschädigt wird, dass die finanzielle Belastung im Verhältnis zur wirtschaftlichen Lage der versicherten Personen zu groß ist.

Schwierigkeiten bei einer Hochzeitsversicherung – darauf ist zu achten

Wie bei einer Reiserücktrittsversicherung auch, ist der Begriff „unerwartete und schwere Erkrankung“ recht dehnbar. Die Versicherungsgesellschaften fragen in der Regel bei Abschluss der Versicherung nicht nach bestehenden Vorerkrankungen oder Risiken. Gleichwohl geschieht das, wenn die Versicherung in Anspruch genommen werden soll, eben aus dem Grund „unerwartete und schwere Erkrankung“.

Welche Erkrankung ist unerwartet und was ist überhaupt eine schwere Erkrankung? Im Zweifel lohnt sich immer, diese Fragen im Vorfeld mit der Versicherung abzuklären. Geht es zum Beispiel um die Hochzeit einer chronisch kranken Person, sollte zweifelsfrei abgeklärt werden, in welchen Fällen die Versicherung eintritt und in welchen Fällen nicht. Ansonsten könnte sie sich nämlich aus der Verantwortung ziehen und die versicherten Personen haben das Nachsehen. Auch der Begriff „Schwere einer Krankheit“ lässt sich von Verbrauchern schlecht einschätzen. Wann eine Versicherung eine Krankheit als schwer einstuft, und wann als leicht, bleibt ebenfalls beim Abschluss einer Versicherung unausgesprochen.

Die Grauzone ist groß und geht zu Lasten der Versicherungsnehmer. Gerade deshalb ist es ratsam, sich eine detaillierte Erklärung, und zwar in schriftlicher Form, geben zu lassen. Verbraucherschützer heben inzwischen mahnend den Finger und demnächst soll es dazu kommen, dass Versicherung diese fragwürdige und undurchsichtige Regelung nicht mehr vereinbaren dürfen. Stattdessen müssen sie konkret werden und unmissverständlich erläutern, was sie unter „unerwartet“ und „schwer“ verstehen.

Gut zu wissen: Inkrafttreten, Selbstbehalt, Risikopersonen

Eine gute Versicherung tritt in Kraft, sobald sie abgeschlossen wird. Sie sollte aus Sicht der Versicherungen jedoch spätestens 30 Tage vor Veranstaltungsbeginn abgeschlossen werden. Manche Versicherungen verweigern den Kostenersatz, wenn die Frist zwischen Buchung und Veranstaltungsbeginn kürzer ist. Wie bei den meisten anderen Versicherungen auch, entfaltet die Police erst dann ihren Schutz, wenn die Zahlung der Prämie erfolgt ist. Außerdem muss, wie soeben erläutert, die Vorlauf-Frist eingehalten werden, die die jeweilige Assekuranz für den Abschluss der Versicherung vorgibt. Versicherte Personen sollten außerdem überprüfen, in welchem Land die Versicherung gilt. Meist ist der Geltungsbereich auf Deutschland beschränkt. Eine im Ausland arrangierte Hochzeit lässt sich über die meisten deutschen Versicherungen nicht abdecken. Die Höhe der Prämie hängt vom versicherten Risiko ab. So kostet zum Beispiel eine Versicherung für eine Veranstaltung bis 10.000 € gut und gerne 150 € Prämie. Belaufen sich die Kosten für eine Veranstaltung auf 5.000 €, lässt sich bereits eine Versicherung für rund 75 € Prämie abschließen.

Eine Beispielrechnung: Das kostet eine Hochzeit und diesen Betrag erstattet die Versicherung

Für eine Hochzeit kommen schnell einige tausend Euro zusammen. Folgende Tabelle stellt beispielhaft die Kosten für eine Hochzeit sowie die zu erwartenden Stornokosten bei einer Stornogebühr von 90% dar.

Was?

Kosten

90% Stornokosten

Saalmiete 2.000 € 1.800 €
Bewirtung/Buffet 5.000 € 4.500 €
Kosten Fotograf/Videograf 2.000 € 1.800 €
Kosten DJ 1.400 € 1.260 €
Kosten Feuerwerk 2.500 € 2.250 €

Gesamt

11.610 €

Müsste das Hochzeitspaar die Hochzeit stornieren, würden laut Tabelle Stornokosten in Höhe von 11.610 € zu Buche schlagen. Die Stornokosten kommen zum Tragen, egal, ob die Leistungen in Anspruch genommen werden oder nicht. Im Verhältnis zu den drohenden Ausfallkosten nehmen sich die Versicherungsprämien äußerst gering aus. Für rund 150 € lässt sich wie gesagt ein geeigneter Versicherungsschutz abschließen. Wer seinen Selbstbehalt höher vereinbart, hat die Chance, Prämien zu sparen. Doch die Einsparmöglichkeiten sind verhältnismäßig gering, sodass sich ein Selbstbehalt – wenn überhaupt – nur im geringen Maße lohnt. Gleichwohl verlangen die meisten Versicherungen einen Mindestselbstbehalt zwischen 150 und 500 €. Das sollten Verbraucher mit einkalkulieren.