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Die TOP 10 der teuersten Rücktransporte

Es geschieht fast immer unerwartet, dass aus der Sonnenliege im Urlaub das Krankenbett im Hospital wird. Viele Urlauber verhalten sich während der schönsten Zeit des Jahres unbedarft, manchmal sogar unbedacht. Wer in dieser gelösten Urlaubsstimmung unaufmerksam mit dem Mountainbike vom Weg abkommt oder die landestypischen Verkehrsregeln missachtet und verunfallt, muss gezwungenermaßen einen Arzt im Urlaub aufsuchen. Wem jetzt der passende Auslands-Krankenversicherungsschutz fehlt, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen. Dabei ist es unkompliziert möglich, sich für wenig Geld ausreichend abzusichern. Wie teuer eine fehlende Assekuranz für Rücktransporte vom Ausland zurück nach Hause werden kann und warum, ist Thema dieses Beitrags.

Hohe Kosten im Ausland

Fast jeder kennt jemanden, der sich im Urlaub, verletzt hat oder erkrankt ist, wenn er nicht selbst zu den Betroffenen gehört. Fakt ist, dass fast jeder zweite (rund 41 %) schon einmal im Urlaub erkrankt sind. Solange es sich um eine Erkältung oder eine einfache Prellung handelt, ist das in der Regel kein Problem. Doch wer sich ein Virus einfängt, Knochenbrüche zu beklagen hat oder in andere lebensbedrohliche oder dramatische gesundheitliche Situation gerät, kann das nicht so einfach wegstecken, erst recht nicht finanziell. Niemand sollte so blauäugig sein, und in dieser Hinsicht ungeschützt zu einer Auslandsreise starten. Denn es drohen hohe Kosten für Behandlungen und erst recht für den Rücktransport nach Hause.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 35-jährige Frau erlitt auf den Malediven einen Schlaganfall. Die Behandlungskosten der Frau auf den Malediven und der Ambulanzflug zurück nach Deutschland kosteten insgesamt 280.000 €.

Ohne Police hätte die schwer geschädigte Frau diese Kosten selber bezahlen müssen, eine doppelte Bestrafung in vielerlei Hinsicht. Das kurze Beispiel zeigt, wie wichtig der passende Versicherungsschutz ist, der nicht selten vor dem finanziellen Ruin bewahrt.

Gesetzliche Kassen sind außen vor

Gesetzlich Versicherte können sich nicht darauf verlassen, dass die gesetzlichen Krankenkassen für Krankheitsfälle bzw. Unfälle im Ausland eintreten. In Thailand oder in den vereinigten Staaten zum Beispiel greift ihr Versicherungsschutz nicht. Auch, wenn Versicherte in europäischen Nachbarstaaten oder in Staaten mit sozialversicherungsmäßigen Sonderabkommen unterwegs sind (zum Beispiel die Türkei), gleichen Kassen nur minimale Beträge aus. Rücktransportkosten übernehmen Sie nie. Doch ausgerechnet die Rücktransportkosten sind sehr teuer. Wer aus den USA zurück in die deutsche Heimat fliegen will, muss mit einem Kostenpunkt von 60.000 € rechnen. Ein Krankentransport von der deutschen Lieblingsinsel Mallorca zurück ins Heimatland schlägt mit rund 12.000 € zu Buche. Selbst private Krankenversicherungen treten nicht ein oder übernehmen nur einen kleinen Teil. Für alle, die bereits eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben gilt, diese genau im Detail zu prüfen. Manche leisten nämlich für einzelne Kostenpositionen.

Reisekrankenversicherung übernimmt Kosten

Um sich vor den finanziellen Folgen zu schützen, sind Reisekrankenversicherungen erste Wahl. Sie kosten nicht viel, sichern aber gut ab. Sie treten ein, wenn Kosten für den Rücktransport, für die Behandlung oder den Krankenhausaufenthalt im Ausland fällig werden. Auch wenn Operationen und Arzneien nötig sind, leisten Reisekrankenversicherungen. Natürlich gibt es bei den Anbietern Unterschiede und ein Vergleich ist ein absolutes Muss. Der Teufel steckt wie immer im Detail und die Versicherungsbedingungen eines Anbieters sollten nicht ungeprüft unterschrieben werden. Reisekrankenversicherung entfalten ihren Schutz für Reisen, die nicht länger als 6-8 Wochen dauert, das ist in den allermeisten Fällen ausreichend. Und hier kommen die Top 10 der teuersten Rücktransporte der Welt.

TOP 1: China – 85.000 €

Am teuersten ist ein Krankenrücktransport aus China. Er schlägt mit rund 85.000 € zu Buche. Doch dieser Wert ist nicht alles, was an finanziellen Folgen einer Krankheit oder eines Unfalls im Ausland droht. Betroffene müssen zu diesem Betrag noch Kosten für die Bergung, für erbrachte Leistungen und Diagnose sowie Behandlungen und Medikamente bezahlen.

Top 2: Australien – 80.000 €

Auf Platz zwei der teuersten Länder für Rücktransporte aus Krankheitsgründen nach Deutschland liegt Australien. 80.000 € schlagen hier zu Buche. Je nach Ausprägung der Krankheit kann es etwas günstiger, aber auch etwas teurer werden. Gesetzt den Fall, dass zu einem medizinischen Rücktransport aufwändige Geräte wie Herz-Lungen-Maschine oder Ähnliches hinzukommen oder teures Fachpersonal als Begleitperson mitreisen muss, schnellen die Kosten in ungeahnte Höhen.

Top 3: Dominikanische Republik – 80.000 €

Ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen zum Schnorcheln und für Strandurlaub ist die Dominikanische Republik. Wer hier krank wird und zurück nach Hause gebracht werden muss, sollte mit Kosten für den Rücktransport in Höhe von 80.000 € rechnen. Ein guter Grund, sich ausreichend abzusichern.

Top 4: Thailand – 80.000 €

Für Rucksacktouristen mit engem Budget oft ein Reiseziel erster Wahl. Thailand lockt mit Traumstränden, günstigen Lebenshaltungskosten und bezahlbaren Unterkünften. Abgesehen davon ist die Natur geradezu spektakulär schön und Urlauber Unternehmen ausgedehnte Abenteuertouren ins Hinterland. Kommt es hier zu einem Unfall oder werden sie aus anderen Gründen krank, ist der Spaß im paradiesischen Thailand schnell zu Ende. Die Rücktransportkosten schlagen mit rund 80.000 € zu Buche.

Top 5: Malediven – 60.000 €

Honeymooner lieben die Malediven und so ist es kein Wunder, dass viele frisch vermählte Ehepaare ihrer Hochzeitsreise auf die Malediven unternehmen. Wird einer der Ehepartner krank, zerplatzt die Seifenblase von ungestörten Flitterwochen schnell. Rücktransportkosten Höhe von 60.000 € sind das mindeste, womit Betroffene rechnen müssen.

Top 6: Kanada/Vereinigte Staaten – 60.000 €

In Kanada und in den vereinigten Staaten sind die Behandlungskosten für Patienten höher, als anderswo. Wenn deutsche in Kanada oder den USA krank werden, dann rechnen die Ärzte oft mit hohen Gebühren nach dem Privatpatientensystem ab. Abgesehen von diesen vergleichsweise hohen Kosten müssen erkrankte Urlauber im Falle eines medizinischen Rücktransportes mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 60.000 € rechnen.

Top 7: Brasilien – 52.000 €

Brasilien lockt Jahr für Jahr Touristen an und gilt auch bei Studenten und jungen Aussteigern als Traumziel. Günstige Hotelpreise, geringe Lebenshaltungskosten und weitgehend unerschlossener Natur gehören zu den Gründen, warum sich Urlauber und Aussteiger auf Zeit für Brasilien entscheiden. Weniger günstig allerdings ist es, wenn man von Brasilien aufgrund einer Krankheit zurück nach Deutschland geflogen werden muss. Gut 52.000 € kostet dieser Krankenrücktransport.

Top 8: Chile – 48.000 €

Auch das in Südamerika gelegene Chile bewegt sich in einer ähnlichen Preisstruktur, wie Brasilien. 48.000 € kostet ein Rücktransport nach Deutschland.

Top 9: Südafrika – 20.000 €

Südafrika, ein Hotspot für Surfer und für alle, die sich für erlesenen Wein und aufregende Safaris interessieren. Behandlungskosten in Krankenhäusern in Südafrika sind hoch. Wer im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls per Krankenrücktransport zurück nach Deutschland fliegt, muss Kosten in Höhe von 20.000 € übernehmen. Mit einer Reisekrankenversicherung wird diese finanzielle Belastung aufgefangen.

Top 10: Mallorca – 12.000 €

Die liebste Urlaubsinsel der Deutschen ist Mallorca. Strandurlaub und Mandelblüte, Wandern, Trekking, Surfen und Feiern – auf Mallorca gibt es das volle Programm. Da so viele Deutsche nach Mallorca reisen, gibt es von dieser Insel Richtung Deutschland auch vergleichsweise viele Krankenrücktransporte. Die Kosten von Mallorca zurück nach Deutschland belaufen sich auf 12.000 €.

Mindert das Sozialversicherungsabkommen nicht die Kosten?

Die genannten Summen sind schon unglaublich hoch, doch warum ist das so? Zum einen ist zu bedenken, dass die meisten Länder dieser Welt kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben. Die EU-Mitgliedstaaten haben ein Sozialversicherungsabkommen genauso wie die Schengen-Staaten. Zu den EU-Mitgliedstaaten gehören

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern

Das Vereinigte Königreich Großbritannien hat sich gerade per Brexit von der EU verabschiedet, in wieweit das Einfluss auf das Sozialversicherungsabkommen hat, ist aktuell ungewiss.

Für Reisen in die genannten Staaten und die weiteren Staaten, die dem Schengen-Abkommen zugestimmt haben bedeutet das, dass die deutschen Krankenkassen sich an den Behandlungskosten im Ausland beteiligen. Die Kosten, die von den Kassen übernommen werden, richten sich nach dem deutschen Niveau. Das Problem: ausländische Ärzte rechnen höhere Sätze ab oder gleich auf dem Niveau von Privatpatienten. Die Differenz verbleibt beim Patienten. Wer sich also zum Beispiel in einem der Mitgliedstaaten ein Bein bricht, kann sich dort direkt operieren lassen, muss aber trotzdem die Rücktransportkosten alleine tragen.

Alle anderen Staaten, die kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben, würden im Falle einer Krankheit bzw. eines Unfalls für deutsche Versicherte weitere Mehrkosten (Behandlung, Medikamente, Operation etc.) bedeuten. Deutsche Krankenversicherung tragen davon nämlich überhaupt nichts, also weder die Kosten beim Arzt noch den Rücktransport. Gesetzliche Krankenkassen sind in diesen Fällen grundsätzlich raus aus der Leistungspflicht. Deshalb ist es einzig durch eine passende Auslands-Reisekrankenversicherung möglich, sich dagegen abzusichern.